Les Copains

Hoppla, jetzt kommen Les Copains. Ach, wird mancher sagen, schon wieder eine Beatband. Irrtum, diese fünf Oldesloer, die sich den französichen Ausdruck für "die netten Kerle" gegeben haben, wollen so wenig Beat-Musik wie nur möglich machen.

Sie glauben, daß den jungen Leuten wieder mehr an echter Tanzmusik liegt. Sie selber sind nämlich auch das Hopsen auf dem Tanzboden leid.

Stellen wir die "Knaben mit Seltenheitswert" vor:

  • Horst Arendt (18 Jahre), Banklehrling, spielt Bass und Akkordion. Sein Hobby ist das Segelfliegen.
  • Hans Henning Witt (21 Jahre) Zahnmedizinstudent. Er traktiert Posaune, Trompete und Saxophon. Seine Hobbys sind Sport, Reisen und Barockmusik.
  • Klaus Tödt (19 Jahre), Zahnmedizinstudent, bearbeite Rhythmusgitarre und Bass. In der Freizeit trampt er oder läßt sich einen Bart stehen
  • Manfred Brembach (18 Jahre alt) Oberprimaner, zupft die Gitarre. Sein Ausgleich sind Angeln, Literatur und klassische Musik.
  • Uwe Peters (20 Jahre) Versicherungskaufmann. Er verursacht hin und wieder ruhestörenden Lärm mit seinem Schlagzeug. Hobby: der moderne Jazz.

An dem Spiel der fünf hört man: Sie sind nicht neu in der Branche. Bevor sie vor etwa sechs Wochen zusammenfanden, machten sie in anderen Gruppen Musik. Übrigens kostet es viel mehr Zeit, gepflegte Tanzmusik einzustudieren als Beat.Das Repertoire der Gruppe umfaßt etwa 70 Stücke, bald sollen es aber 120 sein. Dafür üben sie manchmal an vier Abenden in der Woche. In den kommenden Monaten werden sie ihre "Gagen" noch nicht als zusätzliches Taschengeld verbrauchen können, denn die Instrument sind teuer und Raten wollen pünktlich bezahlt sein.

Den "Lückenbüßern" zwischen Beat und Operette fehlt noch so einiges. Neben einem Raum ohne unfreiwiillige Zuhörer vor allem Engagements.

Stormarner Tageblatt vom 10.11.1967